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AdBlock PLUS Urteil: AdBlocker jetzt verboten?

Es war ein Urteil, das mit Spannung erwartet wurde und das möglicherweise tiefgreifende Konsequenzen für die Onlinewelt haben wird.

In zweiter Instanz entschied am 24. Juni das Oberlandes Köln im Rahmen einer Klage des Axel-Springer-Verlags gegen Eyeo, seinerseits Betreiber von Adblock Plus, dass Adblockmaßnahmen zulässig, sogenanntes Whitelisting, also bezahlten Umgehen von Adblockern, hingegen unzulässig seien. Axel Springer, der zuvor mehrere Gerichtsverfahren gegen Adblocker gewonnen hatte, hatte dabei zwei Ziele im Auge. Einerseits wollte der Verlag allgemein die Zulässigkeit von Adblockern in Frage stellen, andererseits erreichen, dass bestimmte, als „Acceptable Ads“ bezeichnete Whitelisting-Maßnahmen verboten werden. In dieser Maßnahme konnten sich Unternehmen gegen Zahlung einer Umsatzbeteiligung an Adblocker-Hersteller ihre Werbeanzeigen freischalten lassen, sodass diese die Filter der Adblocker umgehen konnten und auch bei installiertem Adblocker angezeigt wurden. Dieses Modell stieß auf allgemeinen Unwillen und wurde wiederholt als erpresserisch bezeichnet. Unternehmen, die sicherstellen wollten, dass ihre Anzeigen auch gesehen werden, hatten sodurch kaum eine andere Möglichkeit, als sich gegen enorme Summen bei „Acceptable Ads“ freischalten zu lassen.

 

AdBlock Plus jetzt illegal?

adblock plusNun wurde dieses Geschäftsmodell zum ersten Mal von einem deutschen Gericht für rechtswidrig erklärt. Bei dieser Form des Whitelistings handle es sich um eine aggressive geschäftliche Handlung und einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht, da Eyo so in eine Monopolstellung gerate, bei der sie allein durch Black- und Whitelisting über den Zugang zum Markt entschieden. Werbewillige Unternehmen seien gezwungen, sich durch Zahlungen an Eyo freizukaufen. Das Oberlandesgericht Köln folgt damit der Auffassung, die in der Klage des Axel-Springer-Verlags dargelegt wird und stützt sich auf den im letzen Jahr geschaffenen § 4a UWG, der eigentlich zum Verbraucherschutz ins Leben gerufen wurde. Es handelt sich um die bundesweit erste Klage, die sich auf diesen Paragraphen stützt.

Eyo ist es nunmehr untersagt, das Programm in seiner derzeitigen Version zu vertreiben, sofern Webseiten des Axel-Springer-Verlags davon betroffen seien. Damit wird Adblock Plus und Acceptable Ads nicht im eigentlichen Sinne verboten. Das Urteil hat allerdings eine Signalwirkung in Bezug auf die Legitimität von Whitelisting-Verfahren. Das zuvor vom Landesgericht Köln getroffene Urteil, das die Ausblendung von Werbeanzeigen durch das Programm Adblock Plus an und für sich legal sei, wurde weiterhin bestätigt. Dies steht im Einklang mit den Urteilen zahlreicher anderer Gerichte, sodass davon ausgegangen werden kann, dass Adblocking vorerst legal bleibt. Allerdings sollte man hier keinesfalls die Rechnung ohne den Wirt machen: die Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz überprüft derzeit, ob Adblocks generell gesetzlich zu untersagen seien. Es bleibt also unklar, wie und ob Adblocking-Maßnahmen in Zukunft weiter bestehen bleiben.

 

Benutzung erlaubt, Whitelisting Geschäftsmodell verboten

Zudem ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, da es in Anbetracht seiner grundlegenden Bedeutung für das Wettbewerbsrecht zu einer Revision beim Bundesgerichtshof zugelassen wurde. Die Möglichkeit, dass der Bundesgerichtshof das Urteil nicht anerkennen wird, ist also immer noch gegeben. Eyo hat in jedem Fall angekündigt, das Urteil anfechten zu wollen. Dass das Urteil allerdings dem höchsten deutschen Zivilgericht zur Revision vorgelegt wird, ist ein gutes Zeichen, da somit endlich eine langfristige Rechtssicherheit für Adblockprogramme gegeben sein wird. Wie das Urteil ausgeht, bleibt abzuwarten. Am Whitelisting gegen Bezahlung wird sich indes fürs Erste nichts ändern.

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Emojis und wie man sie missverstehen kann

Wie oft bekommt man nicht eine Nachricht mit einem Emoji und fragt sich dann, was er eigentlich genau darstellt ? Ein Paradebeispiel ist der Emoji „grinsendes Gesicht mit lächelnden Augen“, bei dem unklar ist, ob es sich um Zeichen der Zufriedenheit oder eher um ein aggressives Zähnefletschen handelt. Auf iPhones sieht er nämlich anders aus als auf anderen Smartphones. Mit der immer weiteren Verbreitung von Emojis in der Alltagskommunikation kommt nun auch die Frage auf, ob angesichts der Missverständnisse, die sie oft auslösen, nicht eine Vereinheitlichung nötig sei.

Schließlich ist die grundlegende Erwartungshaltung in der Kommunikation ja die, dass beim Empfänger das ankommt, was der Sender meint. Wird die Botschaft aus technischen Gründen verändert, kann das leicht zu Missverständnissen führen. Schließlich sind die Symbole Stellvertreter für nonverbale Kommunikation- und die kann sehr wohl über den Sinn einer Botschaft entscheiden. Nicht umsonst heißt es oft, dass der Ton die Musik macht. Konservativen Gemütern mag es missfallen, dass die Kommission des Oxford-Wörterbuchs den Emoji „Gesicht mit Freudentränen“ zum Wort des Jahres 2015 gekürt hat. Er ist aber nunmal der meistgenutzte Emoji unter den über tausend Symbolen, die jede Plattform mittlerweile anbietet, und es gibt einfach kein Entrinnen mehr. Immerhin enthalten fast 50 % aller auf Instagram gesendeter Nachrichten mindestens einen Emoji, im Facebook-Messenger ist es fast bei 10 % der Fall.

 

Interpretationen gehen stark auseinander

Studien wie jene, die kürzlich an der Universität von Minnesota durchgeführt wurde, zeigen jedoch, dass die Bedeutung von Emojis keinesfalls klar ist. 300 Testprobanden wurden hier verschiedene Emojis vorgelegt, um sie zu interpretieren. Die Probanden waren sich hierbei keinesfalls einig, was genau ein bestimmter Emoji ausdrücken soll. Dass es von ein und demselben Emoji je nach Plattform auch noch verschiedene Ausführungen gibt, machte die Sache dabei nicht einfacher. So kann es schonmal vorkommen, dass ein nettes Gesicht beim Empfänger als Alien ankommt. Die jüngere Generation ist hierbei auf mögliche Unklarheiten eher gefasst und fragt notfalls nach, was genau gemeint ist.

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Die Forscher der Universität Minnesota empfehlen deshalb eine Standardisierung der Emojis. Ein möglicher Ansprechpartner hierfür besteht bereits: das Unicode-Konsortium, das allseits darum bemüht ist, dass sich Computer untereinander verstehen, egal ob sie auf chinesisch, arabisch oder russisch funktionieren. Emojis fallen auch in ihren Zuständigkeitsbereich. Die Richtlinien sind hier allerdings sehr grob umrissen. Wie ein Emoji im Einzelfall aussieht, entscheiden die jeweiligen Plattformen und Hersteller selbst, während das Konsortium nur eine grobe Beschreibung und ein Beispiel liefert. Deshalb sehen die verschiedenen Design oftmals sehr unterschiedlich aus: das glänzend schattierte Design von Apple steht dem matten und einheitlichen von Google gegenüber.

 

Bald ein eigener Duden für Emojis?

Braucht man überhaupt diese ganzen Emojis? Geht es nach Jeremy Burge, Betreiber der „Emojipedia“, so kann es gar nicht genug davon geben. Schließlich seien Emojis so vielfältig wie die Menschen, die sie benutzen, und wenn ihr Lieblingsgericht oder ihr Beruf nicht dabei ist, würden sie eben einfach eine Lücke füllen. Tatsächlich bleiben kaum Wünsche offen. Allein im Juni sind die Emojis niesendes Gesicht, Selfie-Pose, Adler und Radschlag hinzugekommen. Burges Sammlung umfasst die Emojis von einem guten Dutzend Plattformen. Er selbst ist aufgrund seiner Verdienste sogar zum Mitglied des Unicode-Konsortiums ernannt worden.

Burge beobachtet bei den Emojis einen klaren Trend zu Vereinheitlichung. So plane Android derzeit, seine bisher roboterartigen Emojis zu vermenschlichen und somit jenen von Apple ähnlicher zu machen. Dem Projekt einer kompletten Vereinheitlichung steht Burge jedoch skeptisch gegenüber. Zu unklar sei es, wie das erreicht werden soll, auch wenn dadurch sicher Missverständnisse verschwänden. Facebook ist hier Vorreiter und hat nun die Emojis für alle Plattformen, ob Android, iPhone oder Browser, vereinheitlicht. Damit sind aber Missverständnisse in der Kommunikation noch nicht vollständig abgeschafft. Schließlich sind auch die kommunizierenden Menschen unterschiedlich, und gerade, wenn man eine Person nicht gut kennt, kann man sich schonmal fragen, ob sie einen bestimmten Emoji einfach nur aus Gewohnheit oder aus gutem Grund benutzt.

Das Unicode-Konsortium stellt zudem klar, dass Emojis niemals eine universelle Sprache sein könnten. Da sie kein Vokabular und keine Grammatik haben, fehle ihnen dazu jede Vorraussetzung.

Print Medien vs. Web Design

Zweimal Design, und zwei verschiedene Welten. Wo liegt aber eigentlich der genaue Unterschied zwischen Print- und Web-Design? Ist das nicht doch beides irgendwie das Gleiche? Kann man da nicht einfach ein einziges Design entwerfen und es in die Kataloge und die Webseite klatschen? So einfach ist es eben nicht: beide Medien stellen an den Designer völlig andere Ansprüche. Wie diese aussehen und was die Unterschiede sind, hat mir Jochen Ehmler, Geschäftsführer von Lettershop.de (spezialisiert auf Mailing Service via Postwurfsendung) in einem kurzen Interview beantwortet.

 

Print-Design: ruhig mal aus dem Vollen schöpfen

flyerBeim Print sollte der Designer ruhig schwere Geschütze auffahren„, so Ehmler: anspruchsvolle Gestaltung, Bilder in Topqualität, und alles nur vom Feinsten. Schließlich wird ein Katalog meist mehrfach durchgeblättert, daher muss er dem Auge schon etwas bieten können. Zudem will der Inhalt wohlüberlegt sein. Im Gegensatz zu einer Webseite, die nachkorrigiert werden kann, ist der Druck, sobald das Layout beschlossen ist, nicht mehr zu ändern. Verlinkungen sind auch nicht drin, zudem ist eine schnelle Aktualisierung auch nicht möglich, und das beworbene Produkt kann schon ein paar Wochen nach Erscheinen des Katalogs ausverkauft sein. Andererseits hat das Printformat natürlich auch seine Vorteile: erstens kann der Designer wie erwähnt grafisch aus dem Vollen schöpfen, außerdem braucht er sich nicht um verschiedene Bildschirme und Grafikkarten Gedanken zu machen, denn der Content ist so ausgedruckt und übersichtlich in seiner Form und benötigt zum Lesen keine technischen Hilfsmittel.

 

Web-Design: Weniger ist mehr

Weniger ist manchmal mehr. Das wussten nicht nur die alten Römer, das wissen auch die Webdesigner von heute. Große, nur langsam zu ladende Bilddateien und überfrachtete Texte würden hier nur stören, es gilt das Gesetz des Minimalismus und der Übersichtlichkeit. Der Besucher der Webseite soll sich möglichst schnell und unkompliziert einen Überblick verschaffen können. Was daran gespart wird, sollte vor allem durch Interaktivität und Dynamik wettgemacht werden. Inhalte, die eine aktive Beschäftigung mit dem Präsentieren ermöglichen, sind generell interessanter.

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Zudem kann der Webdesigner bei der multimedialen Ausgestaltung einer Webseite wiederum seiner Kreativität freien Lauf lassen und Text, Bild, Video und Ton zum Einsatz bringen. Dabei gilt es aber zu beachten, dass die Webseite nicht auf jedem Rechner genau gleich erscheint. Auf einem älteren Desktop-PC wird sie anders erscheinen als auf einem modernen Laptop oder anderen Mobilgeräten, und auf diesen wiederum können unterschiedliche Software und Browser sein. „Für alle diese Eventualitäten muss der Webdesigner gerüstet sein und das Design dementsprechend flexibel gestalten. Deshalb arbeiten wir auch nur mit Webdesignern zusammen, die sich dessen bewusst sind“, so der Geschäftsführer. Auch die mannigfaltigen Verlinkungen stellen eine Herausforderung dar, dem das Design gewachsen sein muss.

 

Unterschiede & Gemeinsamkeiten

Print und Web Design sind zwei Paar Schuhe, und kein Web Design kann einfach auf Print übertragen werden und umgekehrt genauso wenig. Als Faustregel kann hier festgehalten werden, dass der Print eher etwas fürs Auge bieten sollte, die Webseite hingegen etwas für die Hand. Ein Katalog muss vor allem ästhetisch überzeugen, denn man kann nicht viel mit ihm anstellen, außer ihn zu betrachten. Eine Webseite hingegen darf nicht überfrachtet sein und muss dem Besucher Interaktität bieten. Diese sollte für alle Web Designer im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen, denn gerade hier besteht in Zukunft noch viel Wachstumspotential.